sogenannte, von Hobbyisten verfaßte “Web-Logs”
Und jetz stellen ma uns ma janz dumm: Watt sin eijentlisch sone Web-Logs?
Das dachte sich wohl der Mann von der NZZ, als er einen Artikel zum Thema “Online-Journalisten gewinnen politischen Einfluß” schreiben wollte oder sollte. Darin geht es um Politblogger im allgemeinen und den amerikanischen Wahlkampf im besonderen. Und damit jeder weiß, wovon der Mann da redet, hat er auch noch einen Info-Kasten verfaßt, in dem er das mit den Blogs und der Blogosphäre nochmal näher erklärt.
Um etwas Interessantes zu finden, kann man sich surfend von Verweis zu Verweis treiben lassen. Oder man kann eine Suchmaschine anwerfen. Oder man kann sich durch einen Blog - kurz für Web-Logbuch - führen lassen. Blogs sind regelmässig aktualisierte, öffentlich zugängliche, aufgrund subjektiver Kriterien zusammengestellte, kommentierte Listen mit Verweisen auf Web-Angebote.
Ich möchte sehen, wie der Mann Google “anwirft”, bis es röchelnd und knatternd startet. Abgesehen davon finde ich, daß ich keine kommentierte Liste mit Verweisen auf Web-Angebote produziere. Eben noch echter Journalismus-Content, und nun doch wieder nur Liste.
Manche beziehen die Kommentare der Leserschaft mit ein. So entsteht ein Resonanzraum - die Blogosphere -, in dem eine bestimmte Meinung oder ein bestimmtes Faktum grossen Nachhall finden kann. Es gibt spezialisierte Software für das Erstellen von Blogs, es gibt Dutzende von Büchern und eine rasch wachsende Zahl wissenschaftlicher Abhandlungen und auch regelmässige Konferenzen und Fachmessen, die sich mit diesem Phänomen befassen.
Dutzende von Büchern, und nun noch eins mehr. Aufklärung tut not, wie oben wieder zu sehen.
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Okay, der Infokasten ist Müll (DAS Weblog, nicht der), aber der Rest des Artikels liest sich ganz gut. Vor allem finde ich die Definition “Mischung aus Tagebuch, Kolumne, Leserbrief und Presseschau” für Blogs endlich mal gelungen. Passt jedenfalls auf mein Weblog.
Die haben jetzt alle feuchte Höschen, weil Blogger bei den Conventions Standard-Journalismus machen. Das ist für sie irgendwie “begreifbar”. Und entlässt sie aus der Pflicht, sich mal die Realität des Bloggens anzuschauen. Was interessiert Journalisten schon die Realität, btw?
In der heutigen SZ/Medien-Seite, in dem langen Parteitags-Artikel:
Nicht völlig ins Schwarze treffend, aber so lapidar wie es geschrieben wurde, angenehm.
die spezies “blogger”. zugelassen. hm.
randgruppe oder trendreiter ?
( anke, du bist ein fachblog! *g* )
Werden wir den Tag erleben dürfen, wenn es mal heisst: Tagebuchschreiber, das sind Offline-Blogger…?
Vor allem: Dürfen wir den Tag erleben, an dem sich die deutsche Blog-Welt einfach mal locker macht… und solche Artikel entspannt nimmt.
wir sind doch voll logger. weiß gar nicht, was Du hast.